Anlässlich des 60. Gedenkens an die deutsche Teilung am 13. August 2021 möchten wir Sie herzlich zur Veranstaltung „Über das Meer? Die Ostsee als Ort der deutschen Teilung“ in die Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit in Rostock einladen.
Der 1952 geschaffene Bezirk Rostock erstreckte sich über die gesamte Ostseeküste und war damit ein besonderer Ort der deutschen Teilung. Unzählige Menschen versuchten während DDR, über die Ostsee zu fliehen. Sie schwammen, bauten sich Schwimmgeräte oder nutzten Boote und Surfbretter. Knapp 900 Personen gelang die Flucht. Mindestens 189 Menschen starben während der Flucht über das Meer. Mind. 4.500 Menschen wurden von 1961 bis 1989 bei einem (unterstellten) Fluchtversuch verhaftet.
Vor allem ab den 1970er Jahren entwickelte sich der Straftatbestand der „Republikflucht“ zunehmend zum Hauptgrund für Inhaftierungen in der Rostocker Untersuchungshaft des Ministeriums für Staatssicherheit.
Am Freitag, den 13. August 2021, beginnen wir um 15:30 Uhr mit einer kurzen Begrüßung und Einführung. Im Anschluss startet ein Erzähl-Café, in dem Sie mit ZeitzeugInnen und ExpertInnen ins Gespräch kommen können. In mehreren Themenrunden warten interessante Gäste, die biografische Erzählungen und wissenschaftliche Erkenntnisse mit Ihnen teilen – und einen Austausch moderieren: (Wie) haben Sie die deutsche Teilung erlebt? Wo stehen wir als Gesellschaft 31 Jahre nach dem Ende des geteilten Deutschlands?
Eine Andacht für und in Gedanken an alle, die bis 1989 die repressiven Auswirkungen des Grenzregimes der SED erleben mussten und teilweise nicht überlebt haben, schließt das Erzähl-Café ab.
Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, die Ausstellung „Über die Ostsee in die Freiheit“ gemeinsam mit dem Initiator der Ausstellung und Leiter des Stasi-Unterlagen-Archivs Rostock, Dr. Volker Höffer, in der Gedenkstätte zu besuchen.


