Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit Rostock


Die Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Bezirk Rostock wurde Ende der 1950er Jahre errichtet. Nicht einsehbar für Außenstehende, befand sie sich auf dem Gelände der Bezirksverwaltung des MfS. 1960 kamen die ersten Häftlinge in die Untersuchungshaft. Bis 1989 inhaftierte die Staatssicherheit dort rund 4.900 Frauen und Männer aus überwiegend politischen Gründen. Dazu gehörten zum Beispiel die Straftatbestände „Hetze“, „staatsfeindliche Verbindungsaufnahme“ und in zunehmendem Maße „versuchte Republikflucht“.

Die Untersuchungshaftanstalt des MfS verfügte über rund 50 Zellen auf drei Etagen. Die Inhaftierten mussten im Durchschnitt fünf bis sechs Monate Untersuchungshaft mit ständigen Verhören und unter starker Isolation über sich ergehen lassen, bis sie durch ein Gericht formal abgeurteilt und in eine Strafvollzugseinrichtung verlegt wurden

Die Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit Rostock hat sich seit ihrem Bestehen im Oktober 1999 zu einem wichtigen und anerkannten Ort der Information und Dokumentation über die SED-Diktatur sowie des Gedenkens an die Opfer entwickelt, nicht zuletzt durch ihre starke Authentizität und zentralen Lage. Die Außenstelle Rostock des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen hat bis zum Sanierungsbeginn eine überaus erfolgreiche Bildungsarbeit geleistet.

Regelmäßig besuchten Betroffene den Ort ihrer Inhaftierung. Zudem wurde die Gedenkstätte in besonderem Maße von Jugendlichen, ausländischen Tourist:innen und einem vielfältigen Kreis an Interessierten aus der Umgebung besucht. In den vergangenen Jahren fand eine umfangreiche Sanierung statt, die im Mai 2021 abgeschlossen wurde. Die Gedenkstätte wurde dann der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern als neuer Trägerin übergeben. Mit der Wiedereröffnung am 2. Juli will die Landeszentrale für politische Bildung die erfolgreiche Gedenkstättenarbeit fortsetzen.

Ab der Eröffnung wird zunächst eine neu erarbeitete Interimsausstellung zu sehen sein, die als gute Basis für eine Erschließung des Ortes, seiner Geschichte und der Schicksale von Menschen, die hier inhaftiert waren, dienen kann.


Bildungsangebote und Besichtigungen

Für angemeldete Gruppen bieten wir vielfältige Bildungsangebote. Sie können zwischen Überblicks- oder thematischen Führungen und Angeboten für Studientage mit einem Schwerpunkthema wählen. Diese orientieren sich an den Inhalten unserer Ausstellung über die politische Verfolgung von Menschen durch das MfS. Teilen Sie uns Ihre Vorstellungen mit und lassen Sie sich von uns bei der Wahl Ihres Besuchsformates beraten.

Kontakt: dug-rostock(at)lpb.mv-regierung.de


Öffnung für individuelle Besuche auf Anfrage.

Öffentliche Führungen: Donnerstags 15 Uhr (außer an Feiertagen).

Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist barrierefreundlich. 

Kontakt

Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock
Grüner Weg 5, 18055 Rostock


Leitung: Dr. Steffi Brüning
E-Mail: S.Bruening(at)lpb.mv-regierung.de
Tel.: 01573 0285136

Flyer