Die Zwangsaussiedlungen aus dem Grenzgebiet der DDR an der innerdeutschen Grenze 1952

| Wolhynier Umsiedlermuseum | 18292 Linstow
18292 Linstow
Veranstalter: Wolhynier Umsiedlermuseum

Am 26. Mai 1952 hat der Ministerrat der DDR für die Grenze zur Bundesrepublik ein neues Grenzregime beschlossen. Über 8.000 Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen als politisch unzuverlässig galten, wurden gegen ihren Willen und ohne Vorankündigung in das Innere der DDR abgeschoben. Unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen wurden sie im Hinterland wieder angesiedelt. Die Gründe ihrer Zwangsaussiedlung blieben den Betroffenen zumeist unbekannt. In nahezu allen grenznahen Dörfern von der Ostsee bis zum Dreiländereck bei Hof waren Menschen von dieser Zwangsmaßnahme betroffen.

In seinem Vortrag beschreibt Rainer Potratz die historischen Hintergründe, den Ablauf und die Folgen für die Opfer. Er gibt einen Ausblick auf die Zwangsaussiedlungen im Zuge des Mauerbaus am 3. Oktober 1961 und auf spätere Einzelaussiedlungen. Weiterhin beschreibt er die Schwierigkeiten der Geschädigten bei der Anerkennung ihrer Verfolgungserfahrungen seit den 1990er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Auch Zeitzeugen aus Mecklenburg werden zu Wort kommen.

Rainer Potratz ist Historiker und forscht seit vielen Jahren zum Grenzregime der DDR. Zuletzt war er Referent bei der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Der Eintritt ist frei.