Sie war die bedeutendste Frauengestalt nicht nur der deutschen, sondern auch der europäischen Arbeiterbewegung und hat die programmatischen Debatten in der Zeit bis 1914 nachhaltig geprägt. In der DDR gehörte sie zu den Märtyrerinnen der Revolution, führte aber auf Grund ihrer Schrift zur russischen Revolution in der Parteiöffentlichkeit eher ein Schattendasein. Die SED warf Rosa Luxemburg stets "Spontaneismus" vor, der zum Scheitern der Novemberrevolution 1918 beigetragen habe. Die DDR-Opposition entdeckte sie 1988 mit ihrem Satz von der Freiheit der Andersdenkenden.
In der westdeutschen "Neuen Linken" der 1960er Jahre galt Rosa Luxemburg als frühe Vertreterin eines antiautoritären Sozialismus. Welchen Einfluss hatte ihr Denken auf die Debatten der 68er? Welche Grundlage hatte die Positionierung der damaligen bundes-deutschen Regierung zum Tode Rosa Luxemburgs?
Auf die Wahrnehmung Rosa Luxemburgs in der Bundesrepublik und in der DDR, auf die Rezeption ihres Wirkens und ihrer Schriften in Ost und West werden Annette Leo und Uli Schöler in ihren Beiträgen und im anschließenden Gespräch eingehen.
Wir werden auch nach der aktuellen Bedeutung der Gedanken und Ideen Rosa Luxemburgs fragen? Welche Rolle spielte der Internationalismus in ihrem Denken? Wie war ihr Verhältnis zur Nation? Hatte ihr Engagement eine frauenpolitische Dimension?
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Friedrich-Ebert-Stiftung M-V, dem Grenzhus Schlagsdorf und Politische Memoriale mit Förderung durch die Landeszentrale für politische Bildung MV und die Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Auf beiden Seiten des Vorhangs: Rosa Luxemburg
Zur Rezeption Rosa Luxemburgs in der
Bundesrepublik und in der DDR
mit
Dr. Annette Leo, Historikerin, Berlin
Prof. Dr. Uli Schöler, Jurist und Politikwissenschaftler, Berlin


