Mit dem Kriegsende 1945 und der Befreiung vom NS-Regime errichtete die sowjetische Besatzungsmacht im Osten Deutschlands eine neue Diktatur. Auf unserer Tagung „Verurteilt in Schwerin – erschossen in Moskau“ möchten wir über die Repression im Norden der SBZ/DDR zur Absicherung der kommunistischen und SED-Diktatur bis in die frühen Jahre der DDR informieren und über den Umgang mit dem Schweriner Lenin-Standbild als ein problematisches Kunsterbe diskutieren.
Die kommunistische Repression der Sowjetmacht stellt Prof. Jörn Happel von der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg in den historischen Kontext mit Blick auf die sowjetische Besatzungszone (SBZ) und die Rolle Lenins.
Mehr als 100 Personen wurden in Schwerin von einem Sowjetischen Militärtribunal verurteilt und in Moskau hingerichtet. Über Hintergründe und Schicksale dieser Menschen berichtet die Rostocker Historikerin Dr. Natalja Jeske aus ihrem Forschungsprojekt beim Landesbeauftragten.
Mit dem bildnerischen Erbe der DDR im öffentlichen Raum setzt sich Amélie zu Eulenburg, Leiterin des Arbeitsbereichs Gedenkstätten und Erinnerungskultur bei der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur auseinander.
Als Angehöriger eines zu 25 Jahren Zwangsarbeit im GULag verurteilten Häftlings stellt Stefan Krikowski, Vorsitzender der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion e.V., neben dem Schicksal seines Vaters zwei weitere Verfolgungsschicksale vor.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion sollen die unterschiedlichen Positionen zu dem Umgang mit dem Standbild in Schwerin ausgetauscht und ein gesellschaftlicher Dialog zu tragfähigen Lösungsmöglichkeiten angeregt werden.
Moderiert wird die gesamte Tagung durch Birgit Schröter.
Zum Abschluss kann die Großplastik in Augenschein genommen werden, unweit des Tagungsorts im Schweriner Neubaugebiet Neu Zippendorf, ehemals Großer Dreesch II.
Lenin ist mit seinem „roten Terror“ verantwortlich für den Tod hunderttausender Menschen. Daher sollte an seine Opfer und alle Opfer kommunistischer Gewalt erinnert werden. Ich möchte einen Diskurs anregen, wie mit dem Lenin-Relikt in Schwerin Aufklärung, Mahnung und Gedenken gestaltet werden kann.


