Drei Tage dauerten die Angriffe auf ehemalige Vertragsarbeiter*innen aus Vietnam und Asylsuchende in Rostock-Lichtenhagen. Die rassistische Gewalt gilt heute als das größte Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Ein Großteil der betroffenen Asylsuchenden, unter ihnen viele Rom*nja aus Rumänien, wurde nach dem Pogrom abgeschoben oder verließ Deutschland, um rechter Gewalt und schlechten Lebensbedingungen zu entgehen. Ihre Stimmen wurden im Gedenken an das Pogrom in Lichtenhagen lange nicht gehört.
In diesem Band erscheinen erstmals die Berichte von sechs Zeitzeug*innen aus Rom*nja-Communitys im Süden Rumäniens, die als Asylsuchende die rassistische Gewalt in Lichtenhagen erleben mussten. Sie erzählen von der Migration nach Deutschland, der Selbstrettung aus dem brennenden Sonnenblumenhaus und ihren Forderungen für die Gegenwart. Begleitende Aufsätze geben Informationen zum historischen Kontext des Pogroms in Lichtenhagen und ordnen die Erinnerungen ein.