Vortrag über Flucht und Ausreise aus der DDR und Eröffnung der Ausstellung „Eiserne Randerscheinungen“

Format: Vortrag, Lesung, Diskussion
| Grenzhus Schlagsdorf
Neubauernweg 1 | 19217 Schlagsdorf
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung

Vor 53 Jahren schloss die DDR-Regierung die innerdeutsche Grenze, baute durch Berlin eine Mauer und tief gestaffelte Sperranlagen an der „grünen Grenze“. Damit sollten Fluchten in den Westen unmöglich werden. Doch auch trotz Mauer, Schusswaffen und Überwachung verließen tausende Menschen die DDR - ein für die DDR bis zu ihrem Ende existenzielles Problem.

Das Grenzhus Schlagsdorf möchte mit einer Veranstaltung an dieses Ereignis erinnern. Mit Unterstützung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR spricht der Historiker und Mitarbeiter der BStU, Dr. Henrik Bispinck, über das Thema „Flucht und Ausreise aus der DDR“. In seinem Vortrag geht Dr. Bispinck den Ursachen der Massenabwanderung und ihren Auswirkungen in Ost und West nach. Darüber hinaus beleuchtet er die Maßnahmen, die SED-Führung und ihre Sicherheitsorgane unternahmen, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen.

Dr. Henrik Bispinck ist Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen. Die Themen Flucht und Ausreise aus der DDR haben ihn während seiner Tätigkeiten am Institut für Zeitgeschichte und der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde intensiv beschäftigt. Zahlreiche Publikationen legen davon Zeugnis ab.

Nach dem Vortrag haben wir den Künstler Heiko Surek zu Gast, der in seine Ausstellung „Eiserne Randerscheinungen“ einführen wird, die das Grenzhus vom 04. August bis zum 28. September 2014 zeigt.

Während eines Urlaubs 2009 am Schaalsee wollte er genauer wissen, wie sich das ehemalige Grenzgebiet verändert hatte. Die Geschichten der Menschen, von Fortgehen und Ankommen, von Trennung und Verlust regten ihn zu diesem Kunstprojekt an. Als er am ehemaligen Kolonnenweg Stacheldraht fand, begann er zu arbeiten, seine Bilder in Metallskulpturen umzusetzen. Später schrieb er: „Narben sind überwuchert. Doch an manchen Stellen ragt, wie ein mahnendes Gedächtnis, Stacheldraht hervor, kündet von geteilten, zerrissenen Zeiten.“ Ein künstlerisches Erinnerungsprojekt mit ungeahnten Einsichten.

Weitere Informationen zur Grenze zwischen Lübecker Bucht und Elbe 1945 bis 1989 finden Sie in der neuen Studie von Sandra Pingel-Schliemann „Ihr könnt doch nicht auf mich schießen!“. Die Autorin sucht hierin nach Antworten auf heute noch offene Fragen: Welche Folgen hatte die deutsche Teilung für die Mecklenburger? Wie gestalteten sich das Leben und der Alltag in den Grenzregionen des Nordens? Wie war das Grenzsystem dort aufgebaut? Wie versuchten Menschen, die Grenze zu überwinden? Wie viele Todesopfer gab es in den nördlichen Grenzkreisen? Die Publikation kann bei der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen MV <link http: www.landesbeauftragter.de publikationen aktuelle-publikationen _blank external-link-new-window>hier bestellt werden.

Programm

15.00 Uhr
Vortrag und Gespräch mit Dr. Henrik Bispinck (BStU Berlin)

16.30 Uhr
Ausstellungseröffnung mit Heiko Surek (Erfurt)

Austellungsdauer
04.08.-28.09.2014, Mo.-Fr. 10-16 Uhr; Sa., So. 10-18 Uhr