Das Jahr 1945 bedeutete auch für unsere Stadt eine Zeit des Umbruchs und tiefgreifender Veränderungen. Die letzten Kriegstage, das Ende der Kampfhandlungen und der Einmarsch britischer Truppen der 2. Armee unter Field Marshal Bernard Montgomery am 2. Mai 1945 markierten das Ende einer Epoche und den schwierigen Neuanfang unter der folgenden sowjetischen Besatzung.
Wir laden Sie herzlich ein, diese Zeit gemeinsam zu besprechen und Erinnerungen zu teilen: Der Historiker Christoph Wunnicke wird mit einer kurzen Einführung in die Ereignisse der Stadt im Frühjahr 1945 die historischen
Hintergründe darstellen. Anschließend berichten Zeitzeugen oder deren Familien von ihren persönlichen Erfahrungen aus dieser bewegten Zeit.
Dabei wird es vor allem um die letzten Kriegstage und die unmittelbare Nachkriegszeit in der Region gehen: Wismar war insbesondere durch die Norddeutschen Dornier-Werke ein bedeutender Standort der deutschen
Rüstungsindustrie, in denen bis März 1945 neben Facharbeitern auch Zwangsarbeiter 190-Jagdflugzeuge produzierten. Verheerend war der nächtliche Bombenangriff am 14./15. April 1945, bei dem Lufttorpedos große
Teile des Marienviertels zerstörten.
Während der britischen Besatzungszeit übernahm zunächst noch der nationalsozialistische Oberbürgermeister Pleuger die Verwaltung, bevor er am 21. Mai 1945 abgesetzt wurde. Einen Tag später
setzte die britische Militärregierung Baron von Biel, einen ehemaligen Stahlhelm-Funktionär, als neuen Oberbürgermeister ein. Er wurde unterstützt von Hans Raspe, der bereits 1919 als erster republikanischer Bürgermeister Wismars tätig war.

