Die Möllner Briefe

Format: Tage der politischen BildungFormat: Vortrag, Lesung, Diskussion
| STRAZE | Greifswald
Stralsunder Str. 10
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung

Der Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e.V. und die Heinrich-Böll-Stiftung MV laden zum STRAZEkino mit dem Dokumentarfilm "Die Möllner Briefe" im Rahmen der Interkulturellen Woche 2025 ein. Der Film eröffnet einen intensiven Austausch über Verlust, Solidarität und die Frage, wie Gesellschaft mit Gewalt und Diskriminierung umgeht. Im Anschluss Filmgespräch. Der Eintritt ist frei.

Doku / DE 20 / Regie: Martina Priessner / 96 Min. / OmdtU / FSK12

Im November 1992 zerstörte der rassistische Brandanschlag von Mölln die Leben von İbrahim Arslan und seiner Familie. Der damals siebenjährige İbrahim überlebte, verlor aber seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter. Die Stadt Mölln erhielt Hunderte Briefe mit Solidaritätsbekundungen, von denen aber fast drei Jahrzehnte niemand Notiz nahm. Der Film folgt İbrahim bei der Entdeckung dieser Briefe und bei der Begegnung mit drei ihrer Verfasser:innen. Zugleich zeichnet er ein komplexes Porträt des anhaltenden Traumas, das İbrahim und seine Geschwister bis heute beeinträchtigt. İbrahim hat einen Umgang mit den Geschehnissen gefunden, indem er aktiv gegen Rassismus kämpft und sich für eine Erinnerungskultur einsetzt, die die Opfer ins Zentrum stellt. Sein Bruder Namik hingegen befindet sich noch am Anfang seines Wegs der Bewältigung.

Der Film beleuchtet nicht nur die Erfahrungen der Überlebenden, er deckt auch die große Solidarität auf, die es damals gab – eine Solidarität, von der die Opfer bis zu diesem Zeitpunkt nichts wussten. Er schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nimmt eine Perspektive des Erinnerns ein, die den Stimmen der Betroffenen den Raum und die Anerkennung gibt, die sie verdienen.

Im Anschluss an den Film laden wir zum Nachgespräch ein.

Der Dokumentarfilm wurde von der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert und feierte bei der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere, wo er mit dem Amnesty Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Eintritt: frei

Eine Kooperation von Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e.V. & Heinrich-Böll-Stiftung MV im Rahmen der Interkulturellen Woche 2025.


Anmeldung und Kontakt


post@boell-mv.de