Vortrag von Dr. phil. Judith Hahn, Historikerin, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin,
im Rahmen der derzeitigen Wanderausstellung über die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück.
Der Professor für Sportmedizin an der Universität Berlin und Leiter der Heilanstalten Hohenlychen, Karl Gebhardt (1897-1948), war überzeugter Nationalsozialist und brachte sich auf seinem Gebiet aktiv in die Gestaltung der NS-Gesundheitspolitik ein. Als Beratender Chirurg der SS entwickelte er sein Sportsanatorium Hohenlychen während des Zweiten Weltkrieges zu einem Zentrum des Versehrtensports weiter. Im KZ Ravensbrück initiierte er kriegschirurgische Versuche an Häftlingen. Der Vortrag stellt den beruflichen Werdegang und seine Haltungen als Mediziner dar und geht auf das Handeln Gebhardts im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik ein.
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