1989: Deutungen einer Revolution. Fachtagung 25 Jahre Friedliche Revolution im Landkreis Nordwestmecklenburg.

Format: Tagung
| Ernst-Barlach-Gymnasium Schönberg i. M.
Goetheplatz 5 | 23923 Schönberg
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung

Vor 25 Jahren gingen viele Bürgerinnen und Bürger in der DDR auf die Straße und beteiligten sich an Diskussionsforen, um sich in politische Fragen einzumischen, die Alleinherrschaft der SED zu beenden. Unter neuen weltpolitischen Bedingungen und der Aufkündigung sowjetischer Hegemonialpolitik durch Gorbatschow entfaltete sich eine vielgestaltige Oppositionsbewegung.

Während die einen in der DDR keine Perspektive sahen und in den Westen flüchteten, erhoben andere ihre Stimme für demokratische Mitsprache und friedliche Veränderungen. Unter den neu entstehenden Bürgerbewegungen erhielt das Neue Forum den größten Zulauf.

So trafen sich rund 2.000 Menschen am 18. Oktober 1989 in der Kirche in Proseken, um die politischen Ziele des Neuen Forums zu unterstützen. Auf Demonstrationen forderten Menschen ein Ende der SED-Herrschaft und demokratische Rechte, z. B. am 23. Oktober in Schwerin, am 7. November in Wismar oder am 6. Dezember in Schönberg. „Montagsdemonstration“, „Runder Tisch“ oder „Bürgerbewegung“ sind Schlagwörter aus dem Herbst 1989.

Was ist davon 25 Jahre später geblieben? Bürgerbewegungen sind nahezu verschwunden, die Parteien kämpfen mit sinkenden Mitgliederzahlen, die Wahlbeteiligung erreicht Tiefstwerte. Rechtsextreme Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Demokratiefeindlichkeit erreichen stabile Werte unter der ostdeutschen Bevölkerung.

Wir wollen uns mit der Geschichte der Friedlichen Revolution auseinander setzen und nach ihren Spuren im Heute fragen. Was ist aus den Protagonisten vom Herbst 1989 und ihren politischen Zielen geworden? Warum haben sich viele Ostdeutsche von einem politischen Engagement nach 1990 verabschiedet? Wer engagiert sich zukünftig für die Weiterentwicklung von Demokratie und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen? Haben sich die Fragen und Herausforderungen nach 1989/90 verändert oder haben wir die Fragen und Diskussionen vom Herbst 1989 im ökonomischen Wettbewerb der Gegenwart aus den Augen verloren?