Geschichte des Hauses

Malerisch gelegen am Schlosspark mit Blick über Burgsee und Schloss - die „Uhle’sche Villa“ als Herberge für die Landeszentrale für politische Bildung

Das Haus der Landeszentrale

Oft wird das Gebäude schlicht als „Uhle’sche Villa“ bezeichnet. Tatsächlich weisen vier Uhlen (plattdeutsch für Eulen) auf den Erbauer der heute über 100-jährigen, denkmalgeschützten Villa hin. Vielen Einwohnern Schwerins ist das Gebäude heute noch als Kinderkrippe, die sie mitunter selbst besucht haben, in Erinnerung.

Villa des Weinhändlers Uhle (1890 – 1919)

Am 17. Juli 1890 erstand der erfolgreiche Kaufmann und Weinhändler Johann Uhle die frühere „Büdnerei Nr. 3“ am Jägerweg. Dort bezog er zusammen mit seiner Ehefrau Louise zunächst das bereits bestehende Gebäude, welches er mit einem Speisezimmer und einer Veranda ausstattete, um dennoch 1903 einen Bauantrag für den Neubau einer Villa zu stellen. Diesem lag eine Bauzeichnung des Maurermeisters Carl Frese vom 22. Juli 1903 bei. Dieser Bauantrag wurde schließlich genehmigt und die Villa um 1904 fertig gestellt. Die vier Eulen auf dem Dach des Hauses zeugen noch heute vom ehemaligen Besitzer.

Uhle’sches Frauenheim (1919 – 1948)

Nach dem Tod des Weinhändlers Johann Uhle lebte seine Witwe noch einige Jahre zusammen mit ihrem Diener Wilhelm Wiechmann in der Uhle’schen Villa. Louise Sophie Friderike Uhle, die am 8. Juni 1919 starb, verfügte in ihrem Testament die Gründung der Stiftung Uhle’sches Frauenheim und vermachte dieser nahezu ihr ganzes Vermögen. Zweck dieser Stiftung war es, „gebildeten Frauen und Mädchen ein Heim in meinem Jägerweg Nr. 2 belegenen Grundstücke (…) zu gewähren.“ Die Stiftung war vor allem für Frauen aus dem eigenen sozialen Umfeld gedacht, d. h. Töchter von Kaufleuten und Frauen oder Mädchen, welche selber im kaufmännischen Beruf gestanden haben oder noch stehen. Wörtlich schrieb Louise Uhle dazu: „Für Personen aus meines Mannes und meinem Verwandten- und Freundeskreise.“

Sechs bis elf alleinstehende Frauen oder Witwen lebten hier, die jeweils ein eigenes Zimmer bezogen. Bis in die 1940er Jahre fanden dort mittlerweile auch bedürftige Mädchen und Frauen ein Heim, dann wurde jedoch festgestellt, dass der ursprüngliche Stiftungszweck und somit der Wille der Louise Uhle nicht mehr erfüllt würde.

Nachkriegszeit und DDR-Zeit (1949-1990)

Am 24. Dezember 1954 wurde die Stiftung offiziell aufgelöst. Diese bot jedoch schon seit 1948 kein Heim mehr für die Frauen und Mädchen. Während der Besetzung durch die sowjetische Militäradministration nach Ende des Krieges gehörte der Jägerweg neben der Johannes-Stelling- Straße, dem Jungfernstieg und der Burgseestraße zum Sperrgebiet. Die Räumlichkeiten des Hauses wurden durch die sowjetische Besatzungsmacht genutzt.
Ab 1949 nutzte der Volkseigene Betrieb (VEB) Holzbau Mecklenburg die Villa als Büro- und Lagerraum. Ab dem 1. April 1955 wurde der Rat der Stadt Schwerin- Abteilung Gesundheitswesen Rechtsträger der Villa. Nach diversen Umbauarbeiten bezog die Kinderkrippe „Schlosspavillon“ die Räumlichkeiten im Jägerweg 2.

Nutzung seit 1990

Nach der Friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung ging die Villa in das Eigentum des Landes Mecklenburg-Vorpommern über, wurde renoviert und schließlich zog im November 1995 die Landeszentrale für politische Bildung ein. Von 1995 bis 1998 hatten auch der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge MV und von 1998 bis 2012 die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR hier ihren Sitz.

Kontakt

Landeszentrale für politische Bildung
Mecklenburg-Vorpommern
Jägerweg 2, 19053 Schwerin

Tel: 0385 - 3020910
Fax: 0385 - 3020922
E-Mail: poststelle(at)lpb.mv-regierung.de


Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 – 16.00 Uhr