Der heutige Erinnerungsort Stasi-Haftanstalt Töpferstraße Neustrelitz befindet sich in einem
1897 erbauten Gerichtsgefängnis. 1953 richtet die Bezirksverwaltung des Ministeriums für
Staatssicherheit (MfS) ihren Sitz auf dem Gelände um das Hafthaus herum ein. Das
Gerichtsgefängnis nutzt sie bis 1987 als Untersuchungshaftanstalt für überwiegend politische
Häftlinge. Unter ihnen sind Menschen, deren Meinungen von der kommunistischen Diktatur
abweichen, die mit den Lebensbedingungen in der DDR unzufrieden sind oder auf andere Art ins
Visier des MfS geraten. Desinformiert und isoliert sind die Betreffenden oft monatelang unter
menschenunwürdigen Bedingungen eingesperrt.
Der Zellentrakt der obersten Etage ist weitestgehend in seinem Zustand von 1987 erhalten. Er
kann im Rahmen der Öffnungszeiten besichtigt werden. Eine moderne audiovisuelle Ausstellung
lässt frühere Häftlinge, deren Angehörige und Mitarbeiter des MfS zu Wort kommen.
Informieren Sie sich über die Schicksale der früheren Insassen und die Geschichte des Ortes.
Obwohl mitten in der Stadt gelegen, wissen bis heute selbst viele Einheimische nicht, was sich
hinter den Mauern abspielte.


