Politische Memoriale e.V. (Hrsg.)

Der KZ-Zug von Sülstorf. Zur Geschichte einer Gedenkstätte.

2. Aufl. | 2018 | 121 Seiten Verwaltungspauschale

In der mecklenburgischen Gemeinde Sülstorf befindet sich gegenüber vom Bahnhof eine Gedenkstätte für Opfer des NS- Terrors. 1947 wurden hier 53 Leichen aus Massengräbern umgebettet und feierlich bestattet. 1951 errichtete die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburgs einen Gedenkstein. Der Ehrenfriedhof erinnert an alle Opfer des Nationalsozialismus, als für drei Tage, vom 13. bis zum 15. April 1945 der Räumungstransport aus dem KZ-Außenlager Beendorf bei Helmstedt auf einem Nebengleis stand. In den drei Tagen des Aufenthaltes starben mehr als 300 Menschen vieler Nationen, darunter Jüdinnen aus Ungarn,
aber auch Frauen und Männer jüdischen und christlichen Glaubens sowie politisch Verfolgte aus Frankreich, den Niederlanden, Polen, Belgien, der Tschechoslowakei, Griechenland, Belgien, Deutschland und der Sowjetunion.
Die Veröffentlichung des Vereins Politische Memoriale Mecklenburg-Vorpommern stellt neueste Forschungen zu den Hintergründen dieser Gedenkstätte vor. Seit der ersten Auflage 2008 wurden zum einen viele weitere Erinnerungsberichte von Überlebenden des KZ-Zuges veröffentlicht bzw. übersetzt. Zum anderen wurde die Gedenkstätte von der Gemeinde Sülstorf mit Unterstützung des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V. 2015 neu gestaltet. In diesem Zusammenhang wurden viele neue Quellen erschlossen.