Politische Bildung in Mecklenburg-Vorpommern wird von zahlreichen Institutionen, Organisationen, Initiativen, Stiftungen, Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen geleistet. Auch die Landeszentrale als staatliche Einrichtung ist ein Teil dieser politischen Bildungslandschaft. Eine steuernde Funktion kommt ihr lediglich mittelbar zu. Allerdings legitimiert sich eine eigene staatliche Einrichtung in diesem Bereich nicht durch die politische Entscheidung für ihre Errichtung, sondern durch ein klar erkennbares Profil und den Nutzwert ihres Angebots für die "Abnehmer".
Die Arbeitsgrundsätze und Aufgaben der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern sind in der Gemeinsamen Verwaltungsvorschrift des Ministerpräsidenten und des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur über die Organisation der Landeszentrale vom 27. April 2007 beschrieben.
Darüber hinaus gilt nach wie vor der sog. "Beutelsbacher Konsens" mit seinen drei Kernbestandteilen, auf den sich politische Bildner nach langen Diskussionen im Jahr 1976 geeinigt haben:
Neben den in o.g. Verwaltungsvorschrift beschriebenen Aufgaben der LpB (Durchführung eigener Maßnahmen politischer Bildung/Veranstaltungen und Publikationen; Projektförderung) kamen in den letzten Jahren mit der Gedenkstättenförderung und der Übernahme der Trägerschaft für das Dokumentationszentrum der Opfer der Diktaturen in Deutschland weitere Aufgaben hinzu.
Im Sinne der oben beschriebenen Legitimation der Landeszentrale muss die Einrichtung sich in erster Linie darum bemühen, zur zentralen und akzeptierten Serviceeinrichtung für die politische Bildung zu werden.
1. Serviceeinrichtung Landeszentrale: Dienstleister der politischen Bildung
Die LpB will auf verschiedenen Ebenen Dienstleister der politischen Bildung sein. In allen Fragen der politischen Bildung und der Information über relevante politische Probleme möchte die LpB Ansprechpartner für Multiplikatoren, Träger und interessierte Bürgerinnen und Bürger sein.
Dienstleister für Multiplikatoren/Träger
Dienstleister für Bürgerinnen und Bürger
2. Eigene Angebote der LpB
Mit ihren Angeboten will die LpB sowohl Multiplikatoren als auch "Endabnehmer" als Zielgruppen ansprechen. Dabei soll darauf geachtet werden, dass keine Konkurrenz, z.B. zu Veranstaltungen von Trägern, entsteht. Die LpB wird deshalb den Schwerpunkt vor allem auf Modellveranstaltungen legen bzw. Veranstaltungen in Kooperation mit weiteren Partnern durchführen.
Die LpB konzentriert sich thematisch auf die unten näher beschriebenen Schwerpunkte und sucht darüber hinaus die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern (LStU, LISA, Träger, Universitäten, Landesministerien, Landtag, Regionalzentren für demokratische Kultur). Regional wird sich die LpB verstärkt außerhalb der drei großen Städte des Landes engagieren.
Themenschwerpunkte
Im Sinne eines klar erkennbaren Profils der Landeszentrale sollten folgende Kernthemen als Teile einer politischen Grundlagenbildung dauerhaft in allen genannten Formaten (Veranstaltungen, Publikationen etc.) bearbeitet und angeboten werden:
Darüber hinaus muss die LpB auch in der Lage sein, anlassbezogen auf aktuelle Themen mit Angeboten zu reagieren.
Angebote
Der Kongress soll einmal jährlich stattfinden und ein Forum des Gesprächs und Austauschs für politische Bildner im Land darstellen. Zusätzlich soll damit den Anliegen der politischen Bildung öffentliche Aufmerksamkeit gesichert werden.
Der Internetauftritt der LpB soll zu einem Internetportal "Politische Bildung in MV" ausgebaut werden. Es soll neben Informationen für Multiplikatoren und Träger (Fördermöglichkeiten, Qualitätssicherung) auch deren Vernetzung dienen und Informationen zu ausgewählten Themenbereichen, insbesondere der Landespolitik, für die interessierte Öffentlichkeit bereitstellen.
Die LpB wird gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen ein mobiles Angebot bereitstellen, mit dem eine stärkere Präsenz in der Fläche gewährleistet werden kann. Die Grundidee besteht darin, Präsenz vor Ort zu zeigen und ansprechbar zu sein. Träger oder andere Einrichtungen, die in der jeweiligen Region im Sinne der politischen Bildung aktiv sind, können dieses Angebot ebenfalls als Präsentationsplattform nutzen. Idealtypisch würde die Präsentation der Angebote der jeweiligen Einrichtungen in einer Schule / auf dem Schulhof am Vormittag und auf einem öffentlichen Platz der Gemeinde am Nachmittag stattfinden. Abends könnte mit einem Veranstaltungsangebot (z.B. Film und Diskussion) zum Gespräch eingeladen werden. Das Projekt soll noch im Frühjahr 2008 mit einer Pilotphase gestartet werden.
o Modellprojekt Anklam/Ostvorpommern (mit der Bundeszentrale für politische Bildung) zur politischen Bildung im ländlichen Raum
Die Bundeszentrale für politische Bildung fördert ein auf mehrere Jahre angelegtes Modellprojekt im Raum Anklam/Ostvorpommern, das von der LpB inhaltlich und organisatorisch begleitet wird. Das Modellprojekt soll neben der Vernetzung besonders auch der Erprobung neuer Ansätze der politischen Bildung dienen, die sich im ländlichen Raum mit seiner besonderen Struktur vor andere Probleme gestellt sieht als in den urbanen Zentren (Zielgruppen, Themen, Methoden). Von den Ergebnissen des Modellprojekts wird die politische Bildungsarbeit im Land insgesamt profitieren.
o Kooperation mit den Landesuniversitäten
Das politik- und sozialwissenschaftliche Know-how der Landesuniversitäten soll verstärkt in den öffentlichen Raum transportiert werden. Die entsprechenden Institute der Landesuniversitäten verfügen über eine Expertise zu ganz unterschiedlichen Politikbereichen, die über Publikationen oder Veranstaltungen einem breiteren Publikum bekannt gemacht werden sollte.
o Landesinitiative "Demokratieerziehung an Schulen" (in Kooperation mit freien Trägern)
Die LpB erarbeitet mit dem L.I.S.A. und dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ein Programm für Lehrer und Schüler zum Themenkomplex „Demokratieerziehung" an Schulen. Die LpB wird im Rahmen dieses Programms die Kernthemen Demokratie und Auseinandersetzung mit antidemokratischem Denken und Handeln in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten abdecken. Die organisatorische Umsetzung erfolgt für die von der LpB abzusichernden Bausteine durch die LpB selbst und mit Trägern der politischen Bildung.
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