Für
besonders interessierte Gruppen (geeignet ab 15 Jahren) besteht die Möglichkeit, sich thematisch mit der Geschichte des
Justizkomplexes am Demmlerplatz zu beschäftigen und im Dokumentationszentrum ein ausgewähltes Arbeitsfeld
zu untersuchen. Ziel ist es dabei, die Gruppen zu ermuntern, selbstständig den historischen Ort zu erforschen und mit
verschiedenen Methoden das Thema in Kleingruppen zu bearbeiten.
Auch hier orientieren sich die Schwerpunkte an den Themen der Dauerausstellung:
Ein
Studientag bedarf einer klaren thematischen Entscheidung und einer intensiven Vorbereitung der Gruppe. Wenn es sich
anbietet, kann der inhaltliche Schwerpunkt mit Bezug zum Lebens- und Arbeitsumfeld der Teilnehmer/innen gewählt werden.
Das pädagogische Angebot wird auf die Interessen und die Voraussetzungen der Teilnehmer/innen zugeschnitten.
Mögliche Bestandteile eines Studientages können u.a. sein: Führungen, Selbstführungen, Arbeit mit Materialien der
Dauerausstellung, Video/DVD-Vorführungen, Dokumenten (Kopien) und in der Präsenzbibliothek.
Von besonderer Bedeutung sind in diesem Kontext Zeitzeugengespräche und der Meinungsaustausch der Teilnehmer/innen
untereinander.
Dem gewählten bzw. vorgegebenen thematischen Schwerpunkt entsprechend wird die Gruppe mit dem
relevanten Teil der Dauerausstellung in einer Führung vertraut gemacht. Daran schließt sich das selbstständige
Materialstudium an, für das ca. 90 Minuten einzuplanen sind.
Jeder Studientag endet grundsätzlich mit einem Nachgespräch und/oder der Vorstellung der Ergebnisse der
Kleingruppenarbeit.
Dieser Teil sollte in der Einrichtung fortgeführt werden.
Orientiert am thematischen Schwerpunkt erhält die Gruppe eine kurze Einführung zum historischen Ort und
einen Überblick über den Aufbau der Ausstellung. Danach besteht kurz die Möglichkeit, durch den relevanten Teil
der Dauerausstellung zu gehen und sich selbstständig für ein Thema zu entscheiden.
Dann werden kleine Arbeitsgruppen gebildet. Aufgabe ist es nun, die Texte des jeweiligen Themas zu erschließen, aus der
Vielzahl des Quellenmaterials (Themenordner, Hörstation etc.) eine Auswahl zu treffen und sich in der Gruppe zu
besprechen. Offene Fragen, die sich aus der Beschäftigung mit dem Thema ergeben, werden festgehalten.
Nach dieser Arbeitsphase stellen die Kleingruppen bei der „Selbstführung“ ihre Ergebnisse der gesamten Gruppe vor.
Offene Fragen werden mit den Pädagoginnen des Dokumentationszentrums geklärt.
Daran schließt sich das selbstständige Materialstudium an, für das ca. 90 Minuten einzuplanen sind.
Jeder Studientag endet grundsätzlich mit einem Nachgespräch und/oder der Vorstellung der Ergebnisse der
Kleingruppenarbeit.
Dieser Teil sollte in der Einrichtung fortgeführt werden.
Durch
Zeitzeugengespräche wird den Opfern Gehör verschafft. Die Ereignisse erhalten ein Gesicht und eine Stimme.
Entsprechend dem gewählten Arbeitsfeld
wird die Gruppe mit Teilen der Dauerausstellung in einer Führung vertraut gemacht. Daran schließt sich das
selbstständige Materialstudium an, für das ca. 60 Minuten einzuplanen sind. In dieser Phase recherchieren die
Gruppenmitglieder in Arbeitsgruppen historische Hintergründe des politischen Systems der Zeit, zu Schicksalen wie
die des Zeitzeugen und zu Verhaftungsgründen.
Auf diese Weise erarbeiten sie sich einen Zugang, der Empathie zulässt, aber auch aus der Gegenwart heraus Fragen
ermöglicht. Das anschließende Zeitzeugengespräch findet in einem offenen zeitlichen Rahmen statt.
Jeder Studientag endet grundsätzlich mit einem Nachgespräch und/oder der Vorstellung der Ergebnisse der
Kleingruppenarbeit.
Dieser Teil sollte in der Einrichtung fortgeführt werden.
In einem Vorgespräch werden die thematischen Schwerpunkte abgesprochen und die Form des Studientages
gewählt. Wegen der Komplexität der Themen werden z.Z. die Studientage im Allgemeinen erst ab einem Alter von 15
Jahren angeboten. Für das Gelingen eines Studientages ist vor allem eine gute Vorbereitung Voraussetzung. Dabei
hat sich bewährt, einen in den Unterrichtsstoff eingebundenen Themenkreis zu wählen. So sind die
Gruppenmitglieder wesentlich motivierter. Auch hat sich in Vorbereitung des Gedenkstättenbesuches die
Befragung von Zeitzeugen aus dem persönlichen Umfeld der Besucher/innen (Eltern, Großeltern, Freunde, Verwandte, Lehrer
etc.) über deren eigene lebensgeschichtliche Erinnerung als hilfreich erwiesen.
Die Loslösung von festgefügten Zeiteinteilungen, Notendruck und curricularen Vorgaben eröffnt den Gruppenmitgliedern
eine Lernsituation, die eine aktive, intensive und reflektierende Auseinandersetzung mit der Geschichte von Terror,
Willkür und Repression in Diktaturen ermöglicht.
Bewährt hat sich, nach dem Gedenkstättenbesuch eine Nachbereitung durchzuführen, nicht nur um die emotionalen
Reaktionen besser aufzufangen, sondern auch um die vielschichtigen Eindrücke des Besuches im Dokumentationszentrum
reflektieren zu können.
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