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Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern



Studientage

Für besonders interessierte Gruppen (geeignet ab 15 Jahren) besteht die Möglichkeit, sich thematisch mit der Geschichte des Justizkomplexes am Demmlerplatz zu beschäftigen und im Dokumentationszentrum ein ausgewähltes Arbeitsfeld zu untersuchen. Ziel ist es dabei, die Gruppen zu ermuntern, selbstständig den historischen Ort zu erforschen und mit verschiedenen Methoden das Thema in Kleingruppen zu bearbeiten.

Auch hier orientieren sich  die Schwerpunkte an den Themen der Dauerausstellung:

  • Nationalsozialismus – Justiz und Terror in Mecklenburg 1933 – 1945
  • Sowjetisches Militärtribunal (SMT) – Justiz und Besatzungswillkür in Mecklenburg-Vorpommern 1945 – 1953
  • Staatssicherheitsdienst und Justiz im Norden der  DDR 1949 – 1989


Ein Studientag bedarf einer klaren thematischen Entscheidung und einer intensiven Vorbereitung der Gruppe. Wenn es sich anbietet, kann der inhaltliche Schwerpunkt mit Bezug zum Lebens- und Arbeitsumfeld der Teilnehmer/innen gewählt werden. Das pädagogische Angebot wird auf die Interessen und die Voraussetzungen der Teilnehmer/innen zugeschnitten.
Mögliche Bestandteile eines Studientages können u.a. sein: Führungen, Selbstführungen, Arbeit mit Materialien der Dauerausstellung, Video/DVD-Vorführungen, Dokumenten (Kopien) und in der Präsenzbibliothek.
Von besonderer Bedeutung sind in diesem Kontext Zeitzeugengespräche und der Meinungsaustausch der Teilnehmer/innen untereinander.


Studientag mit Führung  (ca. 3 Stunden)

Dem gewählten bzw. vorgegebenen thematischen Schwerpunkt entsprechend wird die Gruppe mit dem relevanten Teil der Dauerausstellung in einer Führung vertraut gemacht. Daran schließt sich das selbstständige Materialstudium an, für das ca. 90 Minuten einzuplanen sind.

Jeder Studientag endet grundsätzlich mit einem Nachgespräch und/oder der Vorstellung der Ergebnisse der Kleingruppenarbeit.
Dieser Teil sollte in der Einrichtung fortgeführt werden.


Studientag mit „Selbstführung“  (ca. 3 – 4 Stunden)

Orientiert am thematischen Schwerpunkt erhält die Gruppe eine kurze Einführung zum historischen Ort und einen Überblick über den Aufbau der Ausstellung. Danach besteht  kurz die Möglichkeit, durch den relevanten Teil der Dauerausstellung zu gehen und sich selbstständig für ein Thema zu entscheiden.

Dann werden kleine Arbeitsgruppen gebildet. Aufgabe ist es nun, die Texte des jeweiligen Themas zu erschließen, aus der Vielzahl des Quellenmaterials (Themenordner, Hörstation etc.) eine Auswahl zu treffen und sich in der Gruppe zu besprechen. Offene Fragen, die sich aus der Beschäftigung mit dem Thema ergeben, werden festgehalten.

Nach dieser Arbeitsphase stellen die Kleingruppen bei der „Selbstführung“ ihre Ergebnisse der gesamten Gruppe vor.
Offene Fragen werden mit den Pädagoginnen des Dokumentationszentrums geklärt.
Daran schließt sich das selbstständige Materialstudium an, für das  ca. 90 Minuten einzuplanen sind.

Jeder Studientag endet grundsätzlich mit einem Nachgespräch und/oder der Vorstellung der Ergebnisse der Kleingruppenarbeit.
Dieser Teil sollte in der Einrichtung fortgeführt werden.


Studientag mit Zeitzeugengespräch  (ca. 4 – 6 Stunden)

Durch Zeitzeugengespräche wird den Opfern Gehör verschafft. Die Ereignisse erhalten ein Gesicht und eine Stimme.  Entsprechend dem gewählten Arbeitsfeld wird die Gruppe mit Teilen der Dauerausstellung in einer Führung vertraut gemacht. Daran schließt sich das selbstständige Materialstudium an, für das ca. 60 Minuten einzuplanen sind. In dieser Phase recherchieren die Gruppenmitglieder in Arbeitsgruppen historische Hintergründe des politischen Systems der Zeit, zu Schicksalen wie die des Zeitzeugen und zu Verhaftungsgründen.

Auf diese Weise erarbeiten sie sich einen Zugang, der Empathie zulässt, aber auch aus der Gegenwart heraus Fragen ermöglicht. Das anschließende Zeitzeugengespräch findet in einem offenen zeitlichen Rahmen statt.

Jeder Studientag endet grundsätzlich mit einem Nachgespräch und/oder der Vorstellung der Ergebnisse der Kleingruppenarbeit.
Dieser Teil sollte in der Einrichtung fortgeführt werden.


Vor- und Nachbereitung der Studientage

In einem Vorgespräch werden die thematischen Schwerpunkte abgesprochen und die Form des Studientages gewählt. Wegen der Komplexität der Themen werden z.Z. die Studientage im Allgemeinen erst ab einem Alter von 15 Jahren angeboten. Für das Gelingen eines Studientages ist vor allem  eine gute Vorbereitung Voraussetzung. Dabei hat sich bewährt, einen in den Unterrichtsstoff eingebundenen Themenkreis zu wählen. So sind die Gruppenmitglieder  wesentlich motivierter. Auch hat sich in Vorbereitung des Gedenkstättenbesuches  die Befragung von Zeitzeugen aus dem persönlichen Umfeld der Besucher/innen (Eltern, Großeltern, Freunde, Verwandte, Lehrer etc.) über deren eigene lebensgeschichtliche Erinnerung als hilfreich erwiesen.
Die Loslösung von festgefügten Zeiteinteilungen, Notendruck und curricularen Vorgaben eröffnt den Gruppenmitgliedern eine Lernsituation, die eine aktive, intensive und reflektierende Auseinandersetzung mit der Geschichte von Terror, Willkür und Repression in Diktaturen ermöglicht.
Bewährt hat sich, nach dem Gedenkstättenbesuch eine Nachbereitung durchzuführen, nicht nur um die emotionalen Reaktionen besser aufzufangen, sondern auch um die vielschichtigen Eindrücke des Besuches im Dokumentationszentrum reflektieren zu können.



Zu den pädagogischen Angeboten


 → Selbstständiges Erschließen der Ausstellung

 → Führungen

 → Angebote zur Lehrerfortbildung

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