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Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern



Verurteilt am Demmlerplatz


Foto: LStU MV

Verurteilt am Demmlerplatz.
Sowjetische Militärtribunale in Mecklenburg und Vorpommern.

Ausstellung der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Zusammenarbeit mit Politische Memoriale e.V.

Die Ausleihe ist kostenfrei.

Bei Interesse an der Ausstellung wenden sie sich an die Geschäftsstelle

"Mein damaliger Schulleiter kam in das Klassenzimmer und bat mich für einen Augenblick in das Rektoratszimmer. Ich war völlig ahnungslos und marschierte mit meinen kurzen Hosen, die ich damals zur warmen Jahreszeit getragen habe, mit dem Rektor mit. Dort waren mehrere Personen, vorwiegend Deutsche, es können aber auch ein oder zwei Russen in Zivil dabei gewesen sein. Irgend jemand sagte mir, dass ich festgenommen worden sei, ich wüsste schon, warum..."

Eduard Lindhammer wurde am 5. Juni 1950 im Schweriner Goethe-Gymnasium aus dem Unterricht heraus verhaftet. Für den damals gerade 18-jährigen Oberschüler begann eine mehrmonatige Untersuchungshaft am Schweriner Demmlerplatz. Nach der Verurteilung durch das Sowjetische Militärtribunal zu 25 Jahren Strafarbeitslager wegen antisowjetischer Propaganda und illegaler Gruppenbildung wurde er in ein Arbeitslager nach Workuta am Nordural gebracht. Erst im Januar 1956 konnte er wieder nach Deutschland zurückkehren.

Seine Biographie ist Teil einer Ausstellung, die durch die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen und Politische Memoriale e.V. erarbeitet wurde. Am Demmlerplatz in Schwerin hatte das Sowjetische Militärtribunal zwischen 1945 und 1953 seinen Sitz und verurteilte Hunderte von unschuldigen Frauen und Männern zu hohen Haftstrafen und zum Tode. Die Ausstellung beschreibt die Geschichte der Sowjetischen Militärtribunale in der Sowjetischen Besatzungszone. An konkreten Beispielen wird das Wirken der Tribunale in Mecklenburg und Vorpommern beschrieben, Zeitzeugen kommen zu Wort. Neben bisher noch nie gezeigten Dokumenten aus Archiven wurden für die Ausstellung viele Fotos und Papiere von Betroffenen zur Verfügung gestellt.

Eduard Lindhammer kam am 9. Mai 2000 wieder nach Schwerin, wo sich etwa 150 ehemalige Häftlinge des Arbeitslagers Workuta zu einem Jahrestreffen in Schwerin eingefunden hatten. Sie ergänzten die Ausstellung über die Militärtribunale mit einer eigenen sehenswerten Dokumentation über das Strafarbeitslager Workuta.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und kann ausgeliehen werden.

Ausleihe und Aufstellungsbedingungen
Die Ausstellung besteht aus 10 Tafeln, die zwischen Stützen in variabler Form angebracht werden. Die Tafeln können wahlweise in Winkeln von 90 oder 180 Grad in die Stützen eingehängt werden, so dass die Ausstellung problemlos in den verschiedensten Räumen, Fluren, Foyers, Hallen usw. Platz findet.
- 10 Tafeln - je 200 cm breit , 140 cm hoch
- 15 Stützen – 250 cm hoch

Die Ausleihe der Ausstellung ist kostenfrei.

























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